Im sommerlichen Amsterdam fand vom 18. bis 20. Juni die zweite Delegationsreise in die Niederlande im Rahmen des Interreg-Projekts Lean Landing statt. Mit an Bord waren die Lübecker Unternehmen und StartUps: Nextlabel, Oncampus, Glocal Consult sowie die UniTransferklinik. Ein umfassendes Programm brachte den sieben Teilnehmern nicht nur das StartUp-Ökosystem und ihre Hauptakteure näher, sondern beinhaltete als Programm-Highlight auch den Besuch der internationalen Leitmesse IoT Tech Expo. Organisiert wurde die Reise vom Technikzentrum Lübeck (TZL) in Kooperation mit Glocal Consult und seinen niederländischen Partnern Dutch Base Camp und StartUp Amsterdam.

Geschäftiges Treiben auf allen Etagen im B.Amsterdam, einem der größten StartUp Zentren in ganz Europa. „Wir sind stolz darauf, einer der innovativsten Inkubatoren zu sein. Im B. Amsterdam haben viele StartUps den Grundstein für Ihren Erfolg gelegt“, so Lily Rodriguez von B. Amsterdam. Und in der Tat ist die Anzahl der internationalen StartUps, die sich hier ansiedeln, erstaunlich. Für Eva Bandelj vom Accelerator Program – Startupbootcamp keine Überraschung: „Wir haben ein super dynamisches Umfeld im B. und generell in Amsterdam und bieten StartUps eine großartige Plattform, um Innovation voranzutreiben.“

Am Nachmittag wurde es dann spannend: Meeting bei einem der bedeutendsten Accelerator-Programme in Europa: Rockstart. Mit 175 StartUps im Programm ist dieser internationale Accelerator äußerst erfolgreich am Markt. „Ausschlaggebend für unser Engagement ist zuerst einmal das Team“, betonte Daria Reutovich von Rockstart. Dr. Frank Schröder-Oeynhausen (Geschäftsführer TZL) und Stefan Stengel (Geschäftsführer Glocal Consul) waren da ganz ihrer Meinung. „Mit unserem Accelerator Gateway49 wollen wir möglichst viele StartUps nach Lübeck/ Schleswig-Holstein locken. Damit uns das gelingt, brauchen wir ein fundiertes Programm und starke Partner, wie es Rockstart vorlebt. Natürlich sind die Rahmenbedingungen in Lübeck anders als in Amsterdam, aber verstecken brauchen wir uns nicht“, betonte Schröder-Oeyenhausen. „Für uns war dieses erste Kennenlernen ein sehr guter Einstig, um mit anderen Accelerator-Programmen ins Gespräch zu kommen und auszuloten, welche gemeinsamen Schnittmengen wir haben. Dafür war diese Reise ein voller Erfolg“, so Stefan Stengel.


IoT, Big Data oder Blockchain Technologie: Auf 12 Bühnen im RAI-Messegelände drehte sich in den darauffolgenden zwei Tagen alles um digitale Innovationen. Hochkarätige Talks von Branchengrößen wie Microsoft, DELL oder GE aber auch Insights und Case Studies von KMUs gaben den Teilnehmern einen umfassenden Einblick über den aktuellen Stand der Dinge. Besonders angetan waren dabei die Gründer von Nextlabel Hangen Schulze und Hannes Köhler. „Super spannend, was hier manche Redner präsentieren. Gerade im Bereich des Machine-Learning, mit dem wir uns auch intensiv befassen, passiert im Moment so viel, da ist es hilfreich mal anderen über die Schulter zu schauen“, so Hagen Schulze. Auch für Prof. Dr. Jörg-Uwe Meyer (Projektleiter UniTransferKlinik) war das Event ein voller Erfolg: „Diese Messe hat mir die Tür zu neuen Health 4.0 Anwendungen geöffnet. Mit den neuen potenziellen Partnern können wirklich überaus attraktive und innovative Produkte gemeinsam bearbeitet und weiterentwickelt werden.“ Ermöglicht wurde der Messebesuch vom TZL Netzwerkpartner Joël Dori, Projekt Manger bei StartUp Amsterdam.

Für Farina Steinert (Chief of Digital Happiness bei Oncampus), war die Messe in zweierlei Hinsicht erfolgreich: „Insbesondere die Entwicklungen in der Blockchain-Technologie finde ich sehr spannend. Gerade im Bereich der Weiterbildung können sich hier ganz neue Geschäftsfelder und Anwendungsszenarien entwickeln. Zudem konnten wir neue Kooperationsmöglichkeiten mit holländischen Universitäten aufbauen, was natürlich für unsere internationale Zusammenarbeit super wichtig ist.“
Anschließend wurde die Lübecker Delegation von Emelie Verbunt vom Lean Landing Projektpartner Dutch Base Camp empfangen. Von ihr erhielten die Unternehmer einen umfassenden Einblick in die kulturellen Geschäftspraktiken in den Niederlanden: „Wer in den Niederlanden erfolgreich sein will, sollte nicht nur den hiesigen Wettbewerb kennen, sondern sich auch unbedingt mit den lokalen kulturellen Besonderheiten auseinandersetzen“, so die Projektleiterin für internationale Kooperationen.

Diesen Faktor unterstrich auch Natasha Lazarovska-Trajcheski von TQ City, einem der beliebtesten Co-Working Spaces in Amsterdam: „Viele Gründer unterschätzen den Faktor „Kultur“ in Ihrer Strategie, da versuchen wir mit internen Veranstaltungen Aufklärung zu betreiben.“ Entstanden ist TQ aus der erfolgreichen StartUp-Veranstaltung „The Next Web“, die jedes Jahr neue Maßstäbe in Europa setzt. „Das Konzept geht auf“, so die Projekt-Managerin, „unsere 6000 m² sind restlos ausgebucht und der Grund ist nicht nur, dass wir im Herzen von Amsterdam sind. Vielmehr geht es um eine gemeinsame Community und eine inspirierende Infrastruktur, welche die StartUps brauchen und die wir ihnen bieten.“

Für den Lean Landing Projektleiter im TZL Niclas Apitz gibt es abschließend keinen Zweifel, dass man versuchen werde, die Zusammenarbeit mit Amsterdam weiter auszubauen: „Internationale Lübecker Unternehmen sind die beste Standortwerbung. Ist ein Unternehmen international erfolgreich, kommt dies auch dem Wirtschaftsstandort Lübeck zugute. Daher setzen wir uns als TZL auch zukünftig für internationale Partnerschaften bzw. Projekte ein.“